Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

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Donna_Leben
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Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon Donna_Leben » 23.04.2026, 12:56

Ich frage mich das echt schon länger. :idea:

Sobald es um das grüne Gras geht, wird immer schnell so getan, als wäre das alles halb so wild. Ein bisschen chillen, bisschen lachen, bisschen Hunger, bisschen verpeilt – und fertig. So läuft jedenfalls oft die öffentliche Erzählung. Aber ganz ehrlich: Das ist nicht die ganze Wahrheit.

Ich kenne inzwischen wirklich einige Fälle im echten Leben, wo das Ganze komplett anders gelaufen ist. Und ich rede nicht von „hat mal schlecht drauf reagiert“ oder „war zwei Tage komisch“. Ich rede von richtigen Abstürzen. Wahnvorstellungen. Verfolgungsgefühle. Komplett neben der Spur. Angstzustände. Klinik. Teilweise sogar Zwangseinweisung.

Und genau deshalb frage ich mich: Warum liest man davon eigentlich fast nie etwas?

Warum steht sowas nicht öfter mal in der Zeitung? Warum wird so selten offen darüber gesprochen, was bei manchen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirklich passieren kann?

Ich habe das Gefühl, dass man diese Fälle am liebsten unter den Teppich kehrt. Entweder, weil es nicht in die lockere „ist doch nur Cannabis“-Erzählung passt oder weil keiner Bock hat, sich die Finger an dem Thema zu verbrennen.

Klar, nicht jeder, der mal kifft, landet in der Psychiatrie. Das behauptet auch keiner mit Verstand. Aber dieses ewige Runterspielen nervt mich gewaltig. Vor allem, wenn man im eigenen Umfeld sieht, dass es eben auch ganz anders laufen kann.

Und gerade bei Teenagern finde ich das Thema nochmal heftiger. Da ist im Kopf doch noch längst nicht alles fertig. Trotzdem wird oft so geredet, als wäre das Zeug für 15-, 16- oder 17-Jährige im Grunde nur eine etwas grünere Version von Alkohol. Ist es aber offensichtlich nicht.

Was ich auch krass finde: Wenn jemand an Alkohol komplett kaputtgeht, hört man dauernd Warnungen. Wenn jemand durch andere Drogen abstürzt, sowieso. Aber bei Cannabis wird oft herumgeeiert, als dürfte man bloß nichts Negatives sagen, weil man sonst direkt als ahnungsloser Panikmacher dasteht.

Dabei kenne ich, wie gesagt, nicht nur irgendeinen Fall aus dritter Hand, sondern mehrere. Und bei zwei guten Freundinnen haben die Kinder bzw. jungen Erwachsenen wirklich üble Erfahrungen gemacht. Das ist kein Internet-Gelaber, kein „ich hab mal gehört“, sondern bittere Realität. Wenn man dann noch liest oder hört, wie locker das Thema oft behandelt wird, fragt man sich irgendwann echt, in welcher Parallelwelt manche leben.

Vielleicht redet man nicht darüber, weil Familien sich schämen. Vielleicht auch, weil psychische Zusammenbrüche nicht so sauber und einfach zu erklären sind. Vielleicht, weil keiner öffentlich lesen will: „Der Sohn von XY ist nach zu viel Kiffen in der Klinik gelandet.“ Sowas wird eben eher versteckt als erzählt.

Aber genau das ist doch das Problem.

Wenn die schlimmen Fälle nie sichtbar werden, entsteht irgendwann das Bild, dass es sie kaum gibt. Und das halte ich für brandgefährlich. Denn dann wachsen Jugendliche mit der Vorstellung auf, das Ganze sei praktisch harmlos, höchstens mal bisschen unangenehm. Und wenn es dann doch knallt, ist das Geschrei groß.

frontman
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon frontman » 23.04.2026, 20:31

Hallo Donna, was hast du doch recht! Nicht umsonst will die regierende Partei dieses Gesetz der Legalisierung und damit der Normalität wieder terminieren. Ich bin bestimmt kein Spießer,sondern habe in jüngeren Jahren nichts ausgelassen. Dope war noch das harmloseste von allem. Aber da war ich kein Kind mehr und musste für mein Tun und Lassen gerade stehen.
Kiffen macht glückliche Menschen glücklicher und traurige Menschen treibt es ins Selbstmitleid und fast in eine Depression. Es verstärkt die Gefühle unwahrscheinlich bis hin in regelrechte Paranoia.
Dass es genauso wie das wapen jetzt so verharmlost wird ist schon haarsträubend,und auch mir sind Fälle bekannt,bei denen Jugendliche aus dieser Spirale nicht mehr rausgekommen sind. Schlimmer noch als bei Alkoholikern,die nie mehr ein Bier trinken können ohne rückfällig zu werden.
Hoffen wir,dass dieses Gesetz bald wieder gekippt wird :!:

kopfklar77
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon kopfklar77 » 25.04.2026, 10:53

Ich habe einen Bekannten, der kifft seit Ewigkeiten täglich, mindestens mehrere Joints am Tag, und der Mann ist inzwischen um die 60. Mit dem brauchst du über die Schattenseiten gar nicht erst diskutieren. Der ist derart pro Joint, das ist schon fast religiös. Bei ihm ist grundsätzlich immer alles harmlos, alles halb so wild und natürlich hat nie irgendwas mit seinem Konsum zu tun.

Was bei ihm aber seit Jahren auffällt: Sein Kurzzeitgedächtnis ist miserabel. Wirklich schlimm. Es ist teilweise anstrengend, überhaupt mit ihm befreundet zu sein, weil du dich auf Absprachen kaum verlassen kannst. Termine, Vorgehensweisen, Sachen, die man ein paar Tage vorher besprochen hat – oft ist das einfach weg oder nur noch halb vorhanden. Und wenn man das anspricht, wird sofort abgeblockt.

Was ich besonders heftig finde: Der hatte vor ungefähr 8 Jahren selbst einen massiven Einschlag. Das war damals eine ganz schlimme Zeit. Erst stand sogar der Verdacht auf einen Tumor im Raum, dann konnte nicht sofort operiert werden, weil ein Teil vom Gehirn entzündet war. Seine Familie hat damals wirklich Monate mitgebangt. Am Ende stellte sich nach dem Eingriff heraus, dass es ein Abszess war. Er wurde mit Antibiotika behandelt, hat sich irgendwie zurück ins Leben gekämpft und heute geht es ihm zum Glück wieder recht gut.

Aber was macht er? Er kifft natürlich weiter. Und für ihn hat das alles bis heute null Zusammenhang.

Ich sage auch nicht, dass das allein vom Dope kam. Das kann ich gar nicht beweisen, und ich bin kein Arzt. Aber was mich damals schon stutzig gemacht hat: Er hatte zu der Zeit auch eine eitrige Zahnbaustelle, und mir kam sofort der Gedanke, ob da nicht mehrere ungünstige Dinge zusammengekommen sind. Nur hat er den Ärzten meines Wissens nach damals nicht mal ehrlich gesagt, dass er täglich seine 5 oder mehr Joints raucht. Und genau das ist für mich auch so ein Punkt: Wie soll man Risiken oder Zusammenhänge sauber beurteilen, wenn solche Sachen oft einfach weggelassen werden?

Mich nervt bei dem Thema dieses ständige Schönreden. Es wird immer so getan, als gäbe es nur die lockeren Kiffergeschichten und die gemütlichen Sofa-Abende. Aber dass Leute über Jahre sichtbar abbauen, unzuverlässig werden, sich alles schönreden und trotz heftiger gesundheitlicher Warnschüsse weitermachen, darüber redet kaum einer.

Und genau deshalb bin ich bei dem Thema inzwischen weit weg von diesem „ist doch nur Gras“-Gerede.

GloriaSalm
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon GloriaSalm » 25.04.2026, 11:10

Was ich bei der Recherche gesehen habe:
THC kommt wohl selbst ziemlich gut ins Gehirn, weil es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Aber die Behauptung, dass Kiffen einfach pauschal „die Hirnschranke öffnet“, scheint so wohl nicht sauber belegt zu sein. Das sollte man also fairerweise nicht einfach als Fakt hinschreiben. Was dagegen deutlich besser belegt ist: Gerade bei Jugendlichen kann regelmäßiger Konsum Denken, Lernen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis verschlechtern. Außerdem scheint das Risiko für psychotische Symptome, Paranoia und langfristige psychische Probleme höher zu sein – vor allem bei frühem Beginn, häufigem Konsum und starkem THC-Zeug.

Und genau darüber wird aus meiner Sicht viel zu locker geredet. :idea:

resi
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon resi » 29.04.2026, 17:08

Hi Kopfklar, und Du hast keine Leichen im Keller??

Ämilian
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon Ämilian » 17.05.2026, 11:11

"Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?"

Ist doch ganz klar, seitdem der gierige Staat auch da seine Bürger reglementiert und abgreift, wird es alles verschwiegen.
Mittlerweile hat auch die ständig ansagende CDU, die nichts von ihren Ansagen hält, erkannt, dass dadurch gut Geld reinkommt und von dem angedachten Verbot nach Regierungsübernahme ist keine Rede mehr.
Und auch da wird es einen Dope Tourismus nach Polen oder Holland geben. Da ist es wie beim Sprit. In Spanien habe ich letzte Woche für 1,41 getankt, weil die Steuerlast viel niedriger ist und der Staat seinen Bürgern dort hilft. In Deutschland mehr als ein Viertel teurer obwohl der Einkauf derselbe ist.
Bald ist Schluss mit der Abzocke. Es gibt ja eine Alternative in Deutschland!

sportskanone
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon sportskanone » 07.06.2026, 14:46

"Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?"

Weil Vater Staat jetzt mit verdient! ! !

Uhlenhorst
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Re: Dope im Teenageralter: Warum hört man von den schlimmen Fällen fast nie was?

Beitragvon Uhlenhorst » 07.07.2026, 18:38

Jetzt wo du es schreibst Ämilian = Du hast sowas von recht. Das wollten die doch rückgängig machen was Lauterbach mit free Cannabis gemacht hat. Stimmt! Keiner spricht mehr davon es wieder zu verbieten. Echt heavy

gutmensch
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Beitragvon gutmensch » 07.07.2026, 20:29

Ich arbeite im Bereich Familienberatung und begegne dem Thema Jugendliche und Cannabis regelmäßig — nicht als abstrakte Debatte, sondern in Form von Eltern, die nicht mehr schlafen können und nicht wissen, wie sie mit ihrem Kind noch ins Gespräch kommen sollen. Was mir dabei auffällt: Die wirklich gravierenden Verläufe landen selten irgendwo in der Öffentlichkeit, weil die Familien sich schämen oder weil es halt kein Drama mit Blaulicht war, sondern eine schleichende Veränderung über Monate. Ein Junge, der langsam stiller wird, aufhört Interessen zu haben, den Freundeskreis wechselt — das landet in keiner Schlagzeile.

Das Gehirn ist mit Mitte Teenagerjahren schlicht noch nicht fertig gebaut, und das ist keine Meinung, das ist einfach biologische Tatsache. Bei einem Erwachsenen mag vieles anders verlaufen als bei einem Sechzehn- oder Siebzehnjährigen, dessen Belohnungssystem noch mitten in der Entwicklung ist. Ich finde diese Unterscheidung wichtig, weil sie in der ganzen Legalisierungsdiskussion oft untergeht — als wäre das ein Pauschalthema, nicht eines, das stark davon abhängt, in welchem Alter man anfängt.


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